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Wenn der Hals weh tut

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Durchschnitt leidet jeder Erwachsene zwei bis drei Mal pro Jahr an Halsschmerzen, Kinder trifft es bis zu sechs Mal pro Jahr. In etwa 80 Prozent sind Erkältungsviren die Übeltäter, seltener sind Bakterien beteiligt. Sie gelangen über die Nase und den Mund in den Rachenraum und besiedeln die Schleimhäute. Im Mund- und Rachenraum hält der Speichel die Schleimhäute feucht. Trockene Luft Staub, Rauchen und Alkohol begünstigen eine Austrocknung. Einige Arzneimittel haben durch ihre Nebenwirkungen einen austrocknenden Effekt auf die Schleimhäute in Mund, Rachen und Hals. Unter anderem gehören die Blutdrucksenker, Antidepressiva und Präparate gegen Blasenschwäche dazu. Sind die Schleimhäute zu trocken, haben es die Krankheitserreger besonders einfach sich auszubreiten. In diesen Fall brauchen wir eine gute Immunabwehr, um die Erreger abzufangen. Im Rachen befindet sich ein wichtiger Teil der Immunabwehr. Er setzt sich aus den Gaumenmandeln, den Rachen- und Zungenmandeln zusammen. Die Abwehrreaktion des Immunsystem geht mit einer Rötung und Schwellung der betroffenen Schleimhäute einher. Eine akute Entzündung entsteht.

Die ersten Symptome sind meist Kratzen im Hals, ein Trockenheitsgefühl sowie Heiserkeit. Die schützende Schleimhautschicht geht verloren. Der Rachen ist gerötet und leicht verschleimt. Im weiteren Verlauf treten Halsschmerzen und Schluckbeschwerden auf. Je nachdem welcher Bereich betroffen ist, unterscheidet man zwischen einer Rachenentzündung (Pharyngitis), einer Stimmband- und Kehlkopfentzündung(Laryngitis) oder einer Mandelentzündung (Tonsillitis). Bei einer akuten Mandelentzündung (Angina)können die Schmerzen bis zum Ohr ausstrahlen. Sie bereitet Schmerzen beim Essen und Trinken und macht sich durch eine kloßige Aussprache bemerkbar. Halsschmerzen mit Husten und Heiserkeit deuten eher auf eine Kehlkopfentzündung hin.

Als erste Maßnahme helfen lokale Rachentherpeutika. Es gibt sie als Gurgellösung, Rachenspray und Halstablette. Die Auswahl richtet sich nach den Beschwerden. Es stehen eine Vielzahl an Wirkstoffen zur Verfügung. Sie wirken schmerzstillend (lokalanästhetisch), antiseptisch, antibakteriell, adstringierend (zusammenziehend) keimreduzierend; und entzündungshemmend. Bei den Halstabletten sind Kombinationen im Vorteil, da sie verschiedene Wirkstoffe enthalten, die sich in ihrer Wirkung ergänzen. Sie sollten langsam gelutscht und keinesfalls zerbissen oder zerkaut werden, da dies die Wirkung beeinträchtigt.Bei Kindern sollten Halstabletten erst eingesetzt werden, wenn sie in der Lage sind diese kontrolliert zu lutschen. Liegen die Beschwerden eher in den unteren Rachenabschnitte wie Kehlkopf und Stimmbändern, sind Lutschtabletten und Rachenspray die bessere Wahl, da sie diese Bereiche besser erreichen. Gurgellösungen eignen sich für den vorderen Rachenbereich und für den Mundraum. Damit sie gut wirken muß ausreichend lange gegurgelt (ca. 30 bis 60 Sekunden) gespült werden.

Hals- und Rachentherapeutika sollten möglichst nach dem Essen angewendet werden. Alternativ sollte 30 Minuten nach der Anwendung nichts gegessen und getrunken werden. So können die Wirkstoffe möglichst lange auf den Rachenbereich einwirken.
Pflanzliches ist bei Halsbeschwerden beliebt und sehr geschätzt. Zu den Klassikern gehören Extrakte aus Salbeiblätter, Thymian, isländisches Moos und Kamille.

Halsschmerz ist meist ein Symptom und geht häufig mit anderen Beschwerden wie Husten oder Schnupfen einher. Hinter harmlosen Halsschmerzen können sich aber auch schwerwiegende Krankheiten verbergen. Um so wichtiger ist es bei starken Halsschmerzen, die länger als drei bis fünf Tage dauern, mit Fieber über 39 Grad einhergehen, Ohrenschmerzen, eitrig belegten Gaumenmandeln und angeschwollenen Lymphknoten, einen Arzt aufzusuchen. Bei einem schweren Krankheitsgefühl, starken Schluckbeschwerden und weißen Belägen im Mund und im Rachenraum ist ärztlicher Rat notwendig. Das gilt auch für Schwangere, Stillende, Kinder und Patienten mit einem geschwächten Immunsystem. Die durch Viren geschwächten Schleimhäute sind sehr anfällig, dadurch können sich auch Bakterien ansiedeln. Der Mediziner spricht von einer Sekundärinfektion. Bei Kindern sind Streptokkoken die Verursacher von einer Mandelentzündung oder von Scharlach. Zur Behandlung von bakteriellen Halsenzündungen ist der Einsatz von Antibiotika erforderlich.

Damit Sie ohne Halsschmerzen durch den Winter kommen, helfen ein paar einfache Tipps.

– Hals immer mit einem Schal wärmen
– Kräuterbonbon, oder Pastillen lutschen, das befeuchtet Mund und Rachen
– in beheizten Räumen für ausreichend Luftfeuchtigkeit sorgen
– viel trinken

Hannelore Wolter
Condor Apotheke
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